Liebe Gießenerinnen und Gießener,

Unsere Zukunft entscheidet sich jetzt – ein Motto, das wie kein anderes zu mir und meinem Antrieb passt, mich bei Ihnen als Oberbürgermeister unserer wunderschönen Stadt zu bewerben. 

Über 10 Jahre lang habe ich mich im Stadtparlament oder im Magistrat für unsere Stadt Gießen eingesetzt. In dieser Zeit habe ich zudem verschiedene Erfahrungen durch meinen beruflichen Werdegang machen können – von der Führungskraft als Produktmanager mit Projekten, die weltweit vernetzt waren, bis hin zum Quereinstieg als Berufsschullehrer, wo ich junge Menschen bei ihrem Einstieg in das Berufsleben begleite. Auch privat habe ich als Ehemann und Vater neue Perspektiven kennenlernen dürfen. Diese Erfahrungen möchte ich gerne nutzen und Verantwortung im Gießener Rathaus übernehmen. 

Ob wir eine Verkehrswende schaffen, in der alle in sauberer Luft mobil sind. Ob wir in einer offenen Gesellschaft leben, in der alle gleichberechtigt sind und ihren Platz haben. Ob wir Zusammenhalt leben, im Umgang mit armen Familien, Obdachlosen, einsamen älteren Menschen und Geflüchteten. Auf den Punkt gebracht: Ob wir gemeinsam eine innovative und solidarische Stadt sind. Unsere Zukunft entscheidet sich jetzt und hier vor Ort – Ich möchte gemeinsam mit Ihnen, den Gießenerinnen und Gießenern die richtigen Entscheidungen für eine gute Zukunft unserer bunten Stadt treffen. Dafür bitte ich Sie um Ihr Vertrauen und Ihre Stimme. 

Ihr

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Klima ohne Krise

Nachhaltigkeit und mehr Grün machen das Leben für uns alle besser. Unsere Generation ist gegenüber unseren Kindern und Enkeln verpflichtet, gute Lebensgrundlagen zu hinterlassen. Ich bin überzeugt: Mit unserem Beschluss, bis 2035 klimaneutral zu werden, können wir Vorreiter werden, Innovationen nach Gießen holen und die Lebensqualität in unserer Stadt erhöhen. 

Ich möchte Gießen zu einer grünen und klimafreundlichen Stadt machen. Dafür möchte ich mich für folgende Punkte einsetzen:

  • Klimaneutralität bis spätestens 2035
  • Photovoltaikanlagen bei allen Neubauten und auf allen städtischen Gebäuden
  • Nah- und Fernwärme ausbauen
  • Verringerung des Landschaftsverbrauchs – Innenentwicklung und flächenschonenden Bauweisen vor Außenentwicklung
  • Erhalt und Entwicklung von Grünflächen innerhalb der Stadt, sowie Förderung von Fassaden- und Dachbegrünungen
  • Förderung der ökologischen Landwirtschaft in und um Gießen
  • Gießen als Schwammstadt für die Folgen des Klimawandels rüsten. 

Mobilität, die bewegt

Grüne Mobilitätspolitik in Gießen heißt: Klimafreundliche, stressfreie und barrierefreie Mobilität für alle. Sie heißt: mehr öffentlichen Raum für die Menschen und den abgasfreien Verkehr. Überall in Gießen stockt der Verkehr und unsere Emissionen sind zu hoch. Unsere Probleme lösen wir daher nicht mit mehr Straßen. Es gilt: Vorfahrt für Menschen, die zu Fuß gehen oder das Fahrrad nutzen und Vorfahrt für Busse und Bahnen! Ich werde kreative Ansätze entwickeln, die eine andere Mobilität und eine kluge Verteilung und Vernetzung aller Verkehrsteilnehmer*innen ermöglichen.

Ich setze mich daher für die folgenden Punkte ein: 

  • Autoarme Innenstadt bis 2026  
  • Leistungsfähiges und durchgängiges Radverkehrswegenetz  
  • die zweite Spur auf dem Anlagenring nur für den Radverkehr bereitzustellen.
  • die Einrichtung eines zentralen Fernbusbahnhof an der Lahnseite des Bahnhofs.
  • die Förderung eines Leihsystems für Lastenräder.
  • den Vorrang für Fußgänger*innen am Uni-Campus in der Rathenaustraße.
  • ÖPNV stärken: Takt im Stadtbusverkehr verdoppeln, Bahnen und Busse in das Umland mindestens im 30 Minuten Takt, mehr Haltestellen der regionalen Schienenverkehrsverbindungen

Familien stärken

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist auch heute noch eine große Herausforderung. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass unsere Stadt Familien stärkt. 

Der Tatsache, dass in unserer Stadt jedes vierte Kind von Armut betroffen ist, will ich eine Politik entgegenstellen, die die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt stellt. Sie alle haben ein Recht auf ein gutes Aufwachsen und auf die Unterstützung, die hierfür nötig ist. Kinder und Jugendliche sollen die gleichen Chancen erhalten können, egal aus welchem Elternhaus sie stammen. 

Daher möchte ich, dass 

  • in den Kitas das Frühstück gestellt wird und nicht mehr mitgebracht werden muss
  • der Betreuungsschlüssel für unter 3-Jährige 1:3 anstatt wie derzeit 1:4,5 beträgt.
  • flexible Angebote von Betreuungseinrichtungen und möglichst große Wahlfreiheit.
  • Wohngebiete mit genügend Spielplätzen, Bolzplätzen und Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf ausgestattet und optimal an Bus, Bahn und Radwege angebunden sind.
  • wir neue Wege in der Prävention gehen: nach dem Vorbild des isländischen Modells “Planet Youth”. 

In die Zukunft wirtschaften

Das Ziel der Klimaneutralität ist für Gießen eine große Chance als Wirtschaftsstandort. Grüne Technologien werden weltweit nachgefragt. Einzelhandel, Gastronomiebetriebe sowie Industriebetriebe und Dienstleistungsgewerbe, die meisten Unternehmen wissen, dass die Märkte der Zukunft klimaneutral sind. Und sie wissen: Wir können so viel mehr. In den Unternehmen, den Köpfen und den Strukturen unserer Stadt Gießen stecken die Innovationskraft und der Wille, in die Zukunft zu wirtschaften. Ich sehe, mit welcher Agilität Unternehmer*innen in Gießen neue Ideen oder Geschäftsmodelle entwickeln und dabei auch ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden wollen. Und ich bin überzeugt, dass freies und kreatives Handeln und die Stärkung von gesellschaftlicher Kooperation innovativ Probleme lösen. Darum möchte ich mich für die folgenden Punkte einsetzen:

  • Neue Arbeitsplätze durch Investitionen in Klimaschutz
  • Wirtschaftsförderung soll aktiv die Existenzgründung neuer Unternehmen unterstützen
  • Gießen soll Gründer*innenzentrum im Bereich Kreativwirtschaft, Biotechnologie und Gesundheitswesen werden
  • Reaktivierung stillgelegter brachliegender Industrieflächen, wie zum Beispiel das Gail-Gelände.
  • Die Innenstadt durch unser Konzept des autofreien Verkehrs attraktiver machen und den dortigen Handel beleben, Erstellen eines Masterplans für die Zukunft der Innenstadt
  • Stärkung des umweltfreundlichen und nachhaltigen Tourismus

Gute Bildung von Anfang an

Gießen ist die Stadt der Bildung und der Wissenschaft. Hier kann man mit einem Jahr in die Kita gehen und – wenn man möchte – 25 Jahre später seinen Doktortitel ablegen oder seinen Meister machen und dabei durchgängig Gießener Bildungsorte in Gießen besuchen. Allerdings sind die Bildungschancen auch in der Stadt Gießen noch immer sehr ungerecht und daran möchte ich als Oberbürgermeister arbeiten. Daher setze ich mich für die folgenden Punkte ein: 

  • Inklusion ermöglichen und verbessern
  • Ganztagsangebote ausbauen, Digitalisierung voranbringen, großzügigen Verleihsystems für Computer für Schüler*innen einrichten.
  • Politik muss Schulen die Möglichkeit geben, ihr Profil weiterzuentwickeln und pädagogische Selbstständigkeit zu realisieren
  • Pädagogische Architektur mit Betonung nachhaltiger Bildung als Leitmotiv bei schulbaulichen Maßnahmen
  • Gewährleisten, dass Schüler*innen den Schulweg selbstständig und sicher bewältigen können

Kultur und Kreativität

Viele Menschen können auf Anhieb sagen, welches Konzert, Theaterstück oder welchen Club oder welche Disko sie in ihrer Jugend als erstes besucht haben. Kultur schafft Orte, die Menschen zum Austausch anregt, verbindet aber auch reflektieren lässt. 

Kultur ist so wichtig für uns alle. Ohne die wäre es ganz schön still, das haben wir zuletzt ganz deutlich zu spüren bekommen. Nicht nur der soziale Aspekt, sondern auch das Interesse und die Möglichkeit, am Kulturleben teilzuhaben, trägt maßgeblich zu unserer Zufriedenheit bei und macht unsere Stadt und die Bewohnerinnen und Bewohner so spannend und besonders. Da müssen wir ansetzen. Ich möchte mich für mehr Kulturstätten einsetzen, denn der Kulturbereich muss mit der Stadt mitwachsen. Dazu brauchen Kulturschaffende unsere Unterstützung. Daher möchte ich mich für die folgenden Punkte einsetzen: 

  • Sichtbare und unsichtbare Barrieren abbauen, um allen Bürger*innen kulturelle Teilhabe zu ermöglichen
  • Stärkung der Kooperation zwischen Akteur*innen im Kulturbereich und der Stadt
  • Schaffung eines Kulturgewerbehofs in der alten Feuerwache
  • Benennung einer*s Nachtbürgermeister*in, die*der die Anliegen der Akteur*innen eines aktiven Nachtlebens in die Verwaltung trägt
  • Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Kultur erleichtern