„Natürlich aus der Steckdose! Nur wenn die Grünen wieder dran kommen, dann bin ich mir nicht mehr ganz so sicher“, solche Sprüche hört man immer wieder. Leute, die etwas ähnliches sagen, kann ich dann immer beruhigen und ihnen sagen, dass auch in Zukunft Strom aus der Steckdose fließt, nur anders erzeugt werden muss, damit er nachhaltig und umweltverträglich ist.

Der Energiemix in 50 Jahren wird mit dem von heute nicht mehr vergleichbar sein. Die alten Kraftwerke der 60er und 70er Jahre sind schon heute nicht mehr voll tragbar und müssen vor allem zukünftig von einer neuen Generation von Energieerzeugern ersetzt werden. Im Laufe der letzten 50 Jahre haben sich gleichzeitig die Rahmenbedingungen für die Erzeugung von Energie drastisch verändert. Die weltweiten Umweltprobleme lassen sich nicht mehr ignorieren. Aber auch die steigenden Preise knapper werdender Ressourcen, wie Kohle, Gas oder Uran,  müssen in Zukunft in der Energiepolitik bedacht werden. Nachhaltigkeit und Weitsicht sind gefragt, denn die Kraftwerke, die wir heute bauen bestimmen den Strompreis der nächsten Jahrzehnte! Die Erschließung neuer Energiequellen und die Reformierung unseres Energiesystems von fossilen Quellen auf eine neue Basis ist somit eine der größten und folgenreichsten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.

Erwärmte Erde, erschöpfte Ressourcen – Wir brauchen jetzt Zukunftsvisionen und Konzepte

Die Erde heizt sich auf. Die natürlichen Ressourcen gehen zur Neige. Von Klimafachleuten wissen wir, dass ein weltweiter Temperaturanstieg kaum mehr vermeidbar ist, wenn das Kontingent der von uns verursachten Treibhausgase in der Atmosphäre nicht drastisch reduziert wird. In den letzten 20 Jahren sind vor allem die energetisch bedingten CO2-Emissionen weltweit um rund acht Prozent auf 23 Milliarden Tonnen gestiegen. Es wird ein Anstieg auf rund 38 Milliarden Tonnen im Jahr 2020 erwartet – das ist eindeutig zu viel für unseren Globus.

Im Moment werden zwei drittel der gegenwärtigen Emissionen von den westlichen Industriestaaten und Japan produziert. Würden alle Länder den gleichen Lebensstandard erreichen wie die OECD Staaten, bräuchten wir vier Planeten, um den Bedarf an Rohstoffen decken zu können. Industrieländer wie Deutschland stehen daher in der Verantwortung, Entfaltungsmöglichkeiten auch für die weniger entwickelten Länder zu schaffen. Das geht nur, wenn wir uns von unserem überbordenden Ressourcenverbrauch verabschieden und eine nachhaltige Energieversorgung aufbauen. Weitreichende Zukunftsvisionen und Konzepte für morgen müssen jetzt entwickelt und realisiert werden!

Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit müssen unsere Prämisse sein

Die Importe von Rohstoffen für die Energieversorgung werden als logische Konsequenz, wenn wir so weiter machen, weiter zunehmen. Damit nimmt auch die Abhängigkeit von stabilen politischen Verhältnissen und Preisen in den Rohstoffländern und auf dem Weltmarkt zu. Bedenklich ist, dass rund drei viertel der Weltrohstoffreserven an Erdöl und die Hälfte des Erdgases in den Krisenregionen am Persischen Golf und im Kaukasus liegen. Um Stabilität und Sicherheit zu gewährleisten, ist die Förderung heimischer Energiequellen notwendig, auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Denn selbst bei einem Szenario mit noch lange ausreichenden Rohstoffen sind diese auf Dauer nur lukrativ zu erschließen, wenn die Preise steigen.

Die 100%ige Versorgung ist möglich durch erneuerbare Energien im Zusammenspiel

Der Wind ist launisch, Flauten kennen nicht nur Segler. Trotz dieser Schwankungen wird eine gesicherte Stromproduktion immer ins Netz eingespeist. Diese gesicherte Leistung ersetzt konventionelle Kraftwerkskapazitäten. Studien gehen davon aus, dass die Windenergie in 20 Jahren einen Anteil von 25% an der Stromversorgung haben kann. Eine sichere Versorgung mit erneuerbaren Energien ist jedoch nur möglich, wenn Wasser-, Solar-, Wind- und Bioenergieanlagen im Verbund gefahren werden. Alle zusammen können problemlos den bundesdeutschen Strombedarf sicherstellen. Die Stromlücke ist eine Stromlüge. Die Erneuerbaren Energien, die wir heute schon kennen werden noch nicht voll genutzt.

Das Potenzial der Solarenergie zur Erzeugung von elektrischer Energie ist in Deutschland erst zu einem sehr geringen Bruchteil genutzt. Es ist technisch möglich ungefähr ein Drittel der gesamten Stromproduktion von 2001 aus Solarenergie zu erzeugen, ohne dass die Landschaft dafür zugepflastert werden muss.

Für Biomasse wird ein Gesamtpotenzial von etwa 10 % unseres derzeitigen Energieverbrauchs geschätzt. Dieses Potential wird erst zu etwa einem Drittel genutzt, genauso wie das der zuvor erwähnten Windenergie.

 

Wenn man die ungenutzten Potentiale sieht und bemerkt, dass sich Deutschland in den vergangenen Jahren zu einem Stromexportland entwickelt hat, indem 2006 und 2007 jeweils die Jahresleistung von vier bis fünf Großkraftwerken ins Ausland geliefert wurde, dann ist es schwer zu verstehen, wie in Zukunft noch auf Atom gebaut werden soll.

Die Abschaltung der Atomkraftwerke und der Verzicht auf neue Kohlekraftwerke werden uns nicht in die Bredouille bringen. Das klimaschädliche Gas CO2 oder die unsichere Lagerung von Atommüll sind eine Gefahr für unsere Zukunft. Darum müssen wir uns weiter für eine nachhaltige Energieversorgung aus einem Mix aus Wind, Wasser und Sonne einsetzen! Nur die Grüne Energie hilft in Zukunft weiter!

 

Wo kommt der Strom der Zukunft her?
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Ein Gedanke zu „Wo kommt der Strom der Zukunft her?

  • 3. Februar 2012 um 00:32
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    Hallo
    Es stimmt, dass der Atommüll eine schlimme Sache ist – da sagt ja auch keiner etwas dagegen.
    Wenn man sich mit dem Thema “Energieversorgung” etwas auskennt wird allerdings schnell klar, dass Irgendwo der Strom her kommen muss!! Atomkraftwerke sind für die Grundlast zuständig – vergleichbar mit einem Eimer in den ständig Wasser hineingekippt wird und unten zu den Verbrauchern heraus läuft.
    Für die Spitzenlasten sind Speicherwasserkraftwerke (z.B. Alpenregion)

    Nur was ist, wenn nix mehr nachkommt?? ich sagen Ihnen was Dann Los ist: Das Stromnetz wird Deutschlandweit (!) überlastet und bricht letzten Endes zusammen-> Blackout. 1-2 Wochen könnte es dauern bis das Stromnetz wieder Stück für Stück aufgebaut ist. Nichts geht ohne Strom! Es gibt kein warmes Essen, keine Heizung (Öl- und Gasheizungen müssen übrigends auch gesteuert werden), kein Licht, kein Benzin aus der Zapfsäule und kein Trinkwasser.

    Ich will damit nur demonstrieren, dass die Atomkraft auch zum Wohle der Menschheit gedient hat! Verehrende Katastrophen wie Fukushima sollen mit diesem Satz jedoch nicht verharmlost werden!

    Die “Grüne” Zukunft sähe in der Tat schlecht aus, wenn nur noch Fotovoltaik Anlagen und Windräder zwar im Sommer den Energiebedarf decken können – im trüben, windstillen Winter (wenn der meiste Strom verbraucht wird) nur noch wenig Energie liefern.

    Das allgemeine Problem ist, dass es in Deutschland schlicht weg noch keine regenerative Energiequelle gibt, die Zuverlässig und Dauerhaft so VIEL Strom wie die 12 AKWs produzieren kann.
    Erdwärme wäre eine Option, nur ist diese leider noch nicht sicher Nutzbar (Erdstöße)
    Biomasse ist ebenfalls begrenzt.
    Das nächste Problem ist die Speicherung für Wind- und Sonnenenergie.
    Es müssen in Zukunft noch sehr viele Energiespeicher (z.B. weitere Speicherwasserkraftwerke oder chemische Speicherung als Wasserstoff) entstehen die die starken Schwankungen u.a. von Sonne, Wind und Wasserkraft ausgleichen. Wenn diese Speicher nicht vorhanden sind wird das Stromnetz über- oder unterlastet was zum Blackout führen kann.

    Sobald ich Leute vom BUND sehe die gegen Wasserkraft, eine der wenigen Zuverlässigen und 100% regenerativen Energiequellen protestieren, kommt in mir die Wut hoch.
    Selbst der Bau von Fischtreppen ist meiner Meinung zum Großteil eine Geld- und Energieverschwendung größten Ausmaßes. Bei kleinen Wasserkraftwerken (60-200 KW) und entsprechend kleinen Fischtreppen gehen beispielsweise ca. 3 – 6 kW (4-Personenhaushalt) DAUERHAFT verloren.
    Nun kann man entscheiden, ob die Lachse den Fluss hinauf kommen, oder ob ein Haushalt regenerativen Strom beziehen kann.

    g
    SR

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