Shanghai aus der Luft

Nach 10:40 Stunden Flug bin ich endlich in Shanghai angekommen und habe gleich die erste, positive Überraschung erlebt. Als wir den Flieger um 7:00 Uhr verlassen haben, hatte ich gedanklich schon damit gerechnet, dass ich nun eine Stunde mit der Einreise und dem Warten auf den Koffer beschäftigt sein werde. Doch siehe da: Das geht hier, anders, als beispielsweise in Amerika, sehr unbürokratisch. Der Pass und das Visum wurden von einer Zollbeamtin gecheckt, kurz noch ein Photo und schon war ich 5 Minuten später drin in China und konnte auf den Koffer warten. Boris Becker hat es nicht schneller ins Internet geschafft. Als wir dann vor dem Band standen, dachte ich mir noch, dass es eigentlich egal ist wo ich warte. Und wieder: Schneller als gedacht, setzte sich das Band in Gang. 10 Minuten später bin ich aus dem Flughafen spaziert. Von wegen überbordende Bürokratie, ha! … Anscheinend hatte meine Fahrerin auch nicht unbedingt damit gerechnet, dass alles so schnell gehen würde, denn auf sie durfte ich dann 20 Minuten warten 🙂

Die Fahrt vom Flughafen zur Wohnung hat ca. 30 Minuten dauert. Während wir entlang der Autobahn fuhren durfte ich die Vorzüge der Zensur kennenlernen. Als ich ein Formel 1 Plakat sah, wollte ich das kostenlose Wifi des Taxis nutzen und schnell mal Googeln, wann der Termin für den Grand-Prix in Shanghai ist. Doch auf dem Display stand nur “Safari kann diese Seite leider nicht öffnen, bitte überprüfen Sie Ihre Internetverbindung”. Nachdem ich die Funktionstüchtigkeit der Verbindung 5 mal geprüft hatte, kam mir wieder die Erinnerung: Google ist gesperrt. Facebook auch. Spiegel-Online auch. HR-Online geht. Außer im Internet habe ich die Zensur bisher aber nicht erlebt (Gut, ich kann halt keine Chinesische Zeitung lesen). Im öffentlichen Leben wird ein Polizist auch gerne mal ignoriert und falls er zu hartnäckig ist auch mal angeschrien (schon zweimal gesehen). Und die Zensur im Internet ist auch nur theoretisch da. Astrill und andere VPN-Anbieter verdienen sich hier eine goldene Nase. Für 60$ im Jahr kann man das Internet wie gewohnt erleben.

Im Apartment angekommen, durfte ich feststellen, dass die Bilder, die ich vorher gesehen habe, der Realität entsprachen. Die Wohnung und die Gegend in unmittelbarer Nähe sind sehr schön. Es gibt in 5 Minuten ein Shopping-Center mit allerlei Westlichen Läden. Ich sage nur C&A, H&M, Starbucks und Nanu Nana… Nur leider einen Supermarkt gibt es dort nicht mehr… Walmart hat zu gemacht. Das ist leider etwas suboptimal. Denn ich hatte kein Bettzeug in der Wohnung und auch keinerlei Geschirr. Und eine Flasche Wasser wollte ich mir nicht jedes Mal bei Costa Coffee um die Ecke kaufen. So musste ich die erste Nacht leider ohne Decke oder Kissen verbringen.

Am nächsten Tag hatte ich meinen ersten Arbeitstag. Alles sehr spannend. Davon erzähle ich ein andermal. Jedenfalls hat sich ein Kollege bereit erklärt, nach Feierabend mit mir in den nächsten großen Supermarkt zu gehen. Was eine Rettung! Ich hätte weder den Weg dahin gefunden, nach den Taxifahrer gescheit erklären können, wo ich hin will, noch hätte ich mich in diesem riesen Markt orientieren können. Doch mein Kollege hat mich im sehr gut durch den Carrefour (Übrigens eine französische Supermarktkette) geleitet. Jetzt habe ich 2 Töpfe, eine Pfanne, Besteck und Geschirr für Zwei, eine ORIGINAL WAGNER Steinofen Pizza und Bier! Jetzt kann nichts mehr schief gehen am Wochenende 😉

 

Die ersten Tage in Shanghai
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